Ortsverein

Die Anfänge Stuttgart hat eine mehr als hundertjährige große sozialdemo-kratische Tradition, die mit den Gründungen der Arbeitervereine in Heslach, Feuerbach, Gablenberg und Prag ihren Anfang nahm. Diese heute noch bestehenden Ortsvereine können ihre Geschichte und Entwicklung belegen, weil große Persönlichkeiten aus ihnen hervorgetreten sind, die nicht nur Stuttgarter Politik gestalteten. Die Geschichte dieser OV wurde durch die Faschisten unterbrochen. Gründung des Ortsvereins Die Gründung des OV Stuttgart Mitte wird in das Nachkriegsjahr 1946 datiert. Wer damals die Gründer waren, ist verschollen. Im Jahr 1968 traten viele Studenten ein, um wie auch in anderen OV die damalige SPD zu verändern. Im Jahr 1972 errangen diese jungen Genossinnen und Genossen die Mehrheit im OV Stuttgart Mitte und stellten auch den Vorstand. Die Jusos setzten auch auf Kreisebene neue Akzente in der Kommunalpolitik, die vom „neuen“ OV mehrheitlich mit getragen wurden. Hatten die Altvorderen von 1946 bis 1960 kommunalpolitisch den Wiederaufbau der Wohnungen in der zerstörten Stadt vor Augen, verfolgten sie das Ziel Stuttgart zu einer autogerechten Stadt zu machen und schlugen trennende Verkehrsschneisen durch unseren Stadtbezirk. Die jüngere Geschichte des OV In den frühen 70er Jahren, die SPD war stärkste Fraktion im Gemeinderat waren diese Ideen noch in den Köpfen der älteren Stadträte, aber die Jusos setzten auf neue Entwicklungen, der Kommunale Delegiertenrat wurde von ihnen dominiert, einige Genossinnen und Genossen aus „Mitte“ waren maßgeblich beteiligt. Ein Azenbergtunnel neben der russischen Kirche konnte verhindert werden, die achtspurige Hauptstätter Strasse zum Marienplatz blieb als Idee im Generalverkehrsplan von 1965 stecken. Dem ÖPNV schenkten die Kommunalpolitiker nun stärkere Beachtung. Viele Wohnungen waren in den Außenbezirken neu erstellt, wenige davon in Mitte. Hier, wie im Stuttgarter Westen begannen und in allen großen Städten die Grundstückspekulationen. Die noch erhaltenen alten Wohnungen wurden begehrte Objekte um sie abzureißen oder zu Büros um zu widmen. Gegen diese wehrten sich die Genossinnen und Genossen mit vielen Aktionen, Demonstrationen und Bürgerinitiativen. Nicht alle führten zum Erfolg, aber manches konnte verhindert werden, anderes, z.B. die kommunale Wohnungsvermittlung konnte eingerichtet werden. Politik im Bezirk Die sozialdemokratische Mehrheit im Gemeinderat, wie auch im Landtag und Bundestag schmolz dahin. Die konkrete Tagespolitik des OV reduzierte sich mehr und mehr auf die Kommunalpolitik im Bezirksbeirat. Hier konnte in den vergangenen 20 Jahren zusammen mit den betreuenden Stadträten Doka und Guckenberger einige, wenn auch teilweise marginale Verbesserungen auf den Weg gebracht werden. Beispielhaft sollen die Fußgängerüberquerungen bei der Leonhardtskirche und der Sophienstrasse genannt werden. Leider wurden der OV und Bezirksbeirat in ihrer Ablehnung des „Adenauerdeckels“ vom GR überstimmt. Aus dem OV-Mitte wurde der Erhalt der Linie 15 mit dem Bezirksbeirat initiiert. Die teilweise unübersehbaren Folgen des Mammutprojektes S21 werden OV und BB in den nächsten Jahren beschäftigen. Die Grundstückpolitik unter dem Aspekt der Frischluftzufuhr im Talkessel, dem Erhalt und Neubau von bezahlbarem Wohnraum bleibt weiter Ziel des OV und BB. Als besonders von Lärm, Feinstaub und Schadstoffen des motorisierten Individualverkehrs geplagte Bewohner von Stuttgart Mitte bleiben deren Bekämpfung und Reduzierung wichtigste Ziele des Ortsvereins Stuttgart Mitte. Wer diese Ziele und noch viele andere mit anpacken will, ist eingeladen in unseren OV einzutreten und gemeinsam mit uns zu arbeiten.